Über mich:
Mein Weg & meine Haltung
Wie mein Weg entstanden ist – und warum ich heute anders arbeite
Ich begleite Pferde, bei denen sich etwas nicht stimmig anfühlt. Auch dann – und vor allem gerade dann –, wenn sie nach außen hin unauffällig wirken oder scheinbar perfekt mitmachen.
Mein Weg zu dem, was ich heute tue, ist geprägt von einer weitreichenden persönlichen und fachlichen Neuausrichtung. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man einen Weg sucht, um alles richtig zu machen – und dabei die Stimme seines eigenen Pferdes verliert.
Meine persönliche Weggabelung: Wenn Funktionalität mit Stabilität verwechselt wird
Über viele Jahre habe ich mich intensiv mit Pferdepsychologie, Verhalten, Trainingsansätzen und Körpertherapie beschäftigt. Eine Zeit lang war ich als Trainerin fest in einem modernen, methodenorientierten Ansatz verankert – als Teil eines spezialisierten Trainerteams mit dem Schwerpunkt auf Pferden, die als traumatisiert oder verhaltensauffällig gelten.
Ich habe diese Methode mit voller Überzeugung gelebt und weitergegeben. Bis ich an einen Punkt kam, der alles veränderte: Die Pferde, die ich begleitete, zeigten etwas, das ich schon damals bei meiner eigenen Stute wahrgenommen hatte – mit der ich über Jahre hinweg nach dieser Methode gearbeitet hatte, es aber damals weder benennen konnte noch wahrhaben wollte: Sie wirkten nach außen hin zwar immer ruhiger, gefasster und souveräner, während ich zunehmend spürte, dass sie innerlich immer mehr verstummten. Sie hörten auf, mitzureden.
Mit meinem heutigen Wissen der Psychotraumatologie weiß ich: Ihr Zustand war keine echte Entspannung und mentale Stabilität, sondern eine funktionale Ruhe und Anpassung – eine Schutzfunktion des Nervensystems, um sich vor chronischer Überforderung zu schützen. Nach außen zeigt sich dieser Mechanismus mit hoher Kooperation, einwandfreier Funktionalität und starker Gefasstheit, während Teile von Wahrnehmung, Präsenz, Körper, Empfindungen und eigenen Bedürfnissen abgeschnitten werden. Das Nervensystem „dimmt“ die Reizweiterleitung, um den inneren Stress oder Schmerz nicht in voller Intensität spüren zu müssen, während die Anforderungen nach außen hin noch exzellent erfüllt werden können.
Diese Erkenntnis hat meinen Blick und meine Arbeit für immer verändert. Äußere Stabilität bedeutet nicht automatisch, dass ein Pferd sich innerlich sicher, wohl und berücksichtigt fühlt. Sichtbare Anpassung und Ruhe erzählen nie die ganze Wahrheit.
Was meine Arbeit heute trägt
Wenn ein Nervensystem in tiefen Schutzmustern feststeckt, sind Trainingsdruck und wiederkehrende Konfrontation keine Optionen. Verhaltensprobleme sind für mich keine Trainings- und Übungsfragen.
Ich bin extrem vorsichtig geworden mit einfachen Erklärungen, pauschalen Zuordnungen und festen Zuschreibungen. Nicht alles, was nach außen effektiv funktioniert, entspricht dem, was für ein Pferd innerlich langfristig stimmig ist. Deshalb liegt mein Schwerpunkt heute darin, die Beziehung und die körperlichen Bedingungen so zu gestalten, dass das Pferd nicht mehr in einen Überlebensmodus schalten muss – damit Sicherheit und Vertrauen frei von Anpassungsdruck wachsen.
Meine Arbeit macht heute aus:
◈ Traumaarbeit und traumasensibles Verständnis: Um Stress-, Schutz- und Regulationsmuster des Nervensystems zu erkennen, ohne das Pferd vorschnell abzustempeln.
◈ Körperorientierte Osteopathie & Physiotherapie: Um tief sitzende Belastungen direkt im physischen Gewebe sanft zu lösen.
◈ Begegnung auf Augenhöhe: Keine strengen Abläufe. Jede Einheit entsteht im Hier und Jetzt aus dem aktuellen Zustand und mit den aktuellen Möglichkeiten deines Pferdes.
Fachlicher Hintergrund
Meine Arbeit basiert auf der Kombination aus theoretischer Psychologie, körpertherapeutischer Osteopathie und einer fortlaufenden Auseinandersetzung mit der Psychotraumatologie:
◈ Traumasensible Pferdearbeit (seit 2026): Spezialisierung auf Traumaarbeit bei Verhaltensauffälligkeiten; Schwerpunkt: Human-Psychotraumatologie und deren Übertragbarkeit auf das Pferd
◈ Trainerfunktion (2025-2026): Praktische Tätigkeit innerhalb eines spezialisierten, methodisch ausgerichteten Trainerteams für verhaltensauffällige und traumatisierte Pferde
◈ Ausbildung Pferdetraining (2024-2025): Methodenorientierte Trainerausbildung mit Schwerpunkten in Pferdepsychologie, Verhalten und Bewegungsanalyse sowie Training für Gesunderhaltung und körperlichen Aufbau
◈ Ausbildung zur Pferdeosteotherapeutin (2020): Ganzheitliche körperliche Befundung sowie osteopathische und physiotherapeutische Behandlung
◈ Fernstudium (2017-2018): Psychologie und Verhaltenstherapie des Pferdes
Mein Verständnis von Zusammenarbeit
Jede Zusammenarbeit ist ein individueller, lebendiger Prozess. Es gibt kein vorgefertigtes Zielbild, das wir um jeden Preis erreichen müssen, und keinen standardisierten Weg, den dein Pferd durchlaufen muss.
Meine Arbeit bedeutet nicht, dir fertige Antworten und einen fertigen Weg vorzugeben. Ich möchte gemeinsam mit dir Bedingungen erarbeiten und gestalten, unter denen dein Pferd und du euch wieder sicher wahrnehmen und euren ganz eigenen, gewaltfreien Weg entwickeln könnt.
